Centrum Warenhaus ade!

04.02.2007

Als ich am Freitag zufällig über die Prager Straße in Dresden schlenderte, mußte ich erschreckt feststellen, dass unser alt ehrwürdiges Centrum Warenhaus gerade dem Erdboden gleich gemacht wird. Ich hatte zwar schon hin und wieder von solchen Plänen gehört, habe diese aber nicht für voll genommen, schließlich werden größere Bauprojekte in der sächsischen Landeshauptstadt doch gerne lange weggeschoben.
Um so verwunderter war ich über das, was sich mir da bot.

Ich gebe zu, das Gebäude war nicht das schönste, aber es gehörte für mich bisher eben dort hin. Seit dem ich denken kann steht es dort. Als kleines Kind bin an der Hand meiner Mutter durch dieses DDR-Kaufhaus gegangen. Und jetzt soll es auf einmal weg sein?

Scheinbar.

Nach ziemlich genau 30 Jahren (1976-1978 erbaut) soll der Bau mit dem kristallinen Antlitz nun einem neuen, weit größerem Einkaufszentrum als es die Altmarktgalerie ist, weichen. Die einst sozialistische Vorzeige-Flaniermeile Prager Straße verliert jetzt also sein Gesicht.

Es ist schon verblüffend zu sehen, wie es hinter diesen blechernen Waben des alten Warenhauses aussieht. Die Verkleidung hängt – ziemlich labil wirkend -, reichlich einen Meter vom eigentlichen Rohbau entfernt, an einem Gerüst. (Erstaunlich, das da in den 30 Jahren nichts abgefallen ist. Doch scheinbar ist hier besser Hand angelegt wurden, als bei so manch modernem Bau aus der heutigen Zeit…) Hinter dem Gerüst findet man Kabel, Sicherungskästen und Klimaanlagen. – Als das Kaufhaus eröffnet wurde, war es, wegen der Klimaautomatik und der großen Rolltreppen, das modernse der DDR. – Ja und hinter den kleinen Fenstern befinden sich Stahltüren, Türen zum Inneren des Kaufhauses.

Ich bin sicher nicht zu Tode betrübt, wenn das alte Gebäude plötzlich komplett verschwunden ist. Und da es in Dresden zu jedem Projekt viele Meinungen, Widersacher und Streiter gibt, wird dafür gesorgt sein, dass ich auch am neunen Einkaufszentrum ein bisschen Centrum Warenhaus wiederfinden werde. Zwar kann ich mir nach dem zerstörerischem Akt der Demontage nicht vorstellen, dass die Originalwaben am nächsten Konsumtempel installiert werden, aber für eine Nachbildung wird gesorgt sein. Zumindest verspricht das der Gewinnerentwurf von Peter Kulka.

Lassen wir uns also überraschen.

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