Mitgefahren

Glücklicher Weise ist es ja in Deutschland kein Problem trotz teurer Benzin- und Bahnpreise günstig zu reisen. -Die Mitfahrgelegenheit macht es möglich. Gerade bei kurzen Städteverbindungen wie Dresden-Berlin oder Leipzig-Berlin sollte es normaler Weise nie Probleme geben flexibel, günstig und schnell (mit-)zu reisen.
Es sei denn die Bahn streikt. In solch einem Fall gerät man, wenn man nicht schnell genug schaltet, selbst in Not, wollen doch alle die sonst Bahn fahren plötzlich „mitfahren“.

So ging es mir letzten Donnerstag, als ich plötzlich feststellte, dass ich am Freitag von Leipzig nach Berlin will. Nach langen hin und her telefonieren hatte ich doch noch Glück, ein Lancia-Fahrer wollte mich für einen, für Mfg-Verhältnisse unverschämten Preis von 14 Euro mitnehmen. Was blieb mir anderes übrig:

Wir trafen uns also am Leipziger Hauptbahnhof, fuhren los und nach dem üblichen verbalen Geplänkel schloss ich meine Augen um zu schlafen. Irgendwann waren wir auf der Autobahn. Wach wurde ich, als es im Auto etwas lauter wurde. Besonders im hinteren Bereich waren ungewohnte Schleifgeräusche zu hören. Mein Fahrer -der mir den Eindruck machte, gerade von der Führerscheinprüfung gekommen zu sein- und ich überlegten kurz, was dieses Geräusch sein könnte, beachteten es aber nicht weiter und fuhren weiter. Ich habe wieder geschlafen. 30 Kilometer vor Magdeburg wurde es dann doch sehr laut. Jetzt konnte ich nicht mehr schlafen.
Wir sind also von der Autobahn runter um uns das Auto mal genauer anzugucken:
Naja, der Auspuff war abgerostet, hing schief und war gerade dabei den Reifen aufzuschlitzen. Viel länger hätten wir damit nicht fahren sollen. (Ein Lancia ist halt doch nur ein besserer Fiat.) Jetzt stand mein Muttersöhnchen von Fahrer ziemlich hilflos da, waren Mammi und Pappi doch gerade in Peru im Urlaub. Ich hab ihm dann die Nummer vom ADAC gegeben, ein „Gelber Engel“ kam, nach kurzen Diskussionen hat mein Fahrer auch einen Mitgliedsantrag beim Automobilclub unterschrieben und bald konnte die Fahrt weiter gehen. -Aber eben nur noch mit Tempo 80:

…das wollte ich dann doch nicht.
Noch einmal reichlich zwei Stunden nach Berlin kutschen, wo ich nun schon 4 Stunden unterwegs war.
Nein danke!
Ich habe nach kurzer Diskussion den Preis für diese 100 Kilometer mit 25 km/h -Durchschnittsgeschwindigkeit von von 7 auf 5 Euro gedrückt und mich in Magdeburg rausschmeißen lassen.

In meiner neunen Mfg war ich zwar nun mit drei weiteren Männern jenseits der 1,80 Meter Körpergröße in einem winzigen, fast schon nostalgischen Daihatsu unterwegs, aber wenigstens kam ich doch noch relativ schnell an mein Ziel. Und mein Fahrer, der „Erfinder“ von truman.tv (-welch eine grandiose und vor allem revolutionär neue „Erfindung“-), hat mich sogar bis fast vor die Haustür gefahren.

Heute bin ich übrigens mit dem Zug nach Mittweida zurück gefahren.

Advertisements

3 Gedanken zu “Mitgefahren

  1. Hm, hätt ich eigentlich machen können!

    Jan: Ist mir auch erst jetzt aufgefallen. Leipzig-Dessau-Berlin wäre schon besser gewesen. Naja, egal.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s