Mitleid?

Ein kleiner Auszug der britischen Pressestimmen zum Abschneiden der eigenen Fußball-Nationalmannschaft:

The Times: „Wir haben Trainer gesehen, von Hagel durchnässt und gepeitscht. Wir haben Anführer gesehen, die in Schnee und beißendem Wind bei ihren Männern sein wollten. Aber wir haben noch nie einen Cheftrainer gesehen – und ganz sicher nicht in England – der in so einem wichtigen Spiel Angst hatte, dass seine Haare nass werden könnten. In der dunkelsten Nacht der jüngsten englischen Fußball-Geschichte haben die Multi-Millionäre des Nationalteams ihre größte Demütigung erlitten. Carsons Auftritt war eine so grausame Horror-Show, dass jeder, der es gesehen hat, viele Nächte lang nicht schlafen wird.“

The Guardian: „Hoffnungslos, glücklos, hilflos. Steve McClarens Regentschaft war kurz, aber ihre Grässlichkeit wird ihn für immer begleiten. McClaren ging unter als der Schöpfer dieses Fiaskos. Kein Trainer, der in einem Heimspiel mit solchen Konsequenzen drei Gegentore bekommt, kann darauf hoffen, zu bleiben.“

The Telegraph: „Zum Frühstück wird McClaren getoastet. Niemand wird seinen Abschied bedauern. Vergesst die 25 Millionen Menschen, deren Identität in der Post verloren gegangen ist. Ein ganzes Land hat seine Identität im durchnässten Wembley verloren. Das Symbol einer Nacht der tausend Tränen war McClaren, der hilflos an seiner Bank stand und sich mit einem Schirm vor dem Regen schützte, wohlwissend, dass ihn der nicht vor dem niederprasselnden Groll und letztendlich dem fallenden Vorhang bewahren würde.“

Daily Mail: „Große Anführer inspirieren ihre Männer zum Ruhm. Steve McClaren wird in Erinnerung bleiben als der Trottel mit dem Regenschirm. Er schien ‚Singing in the rain‘ vorzusingen. Hat er versucht, nach der Leichtigkeit von Fred Astaire zu rufen? Der Schirm, unter dem Steve McClaren letzte Nacht stand, mag ihn vor dem Regen geschützt haben, aber vor nichts anderem. Nicht vor der Flut von Beschimpfungen des verärgerten Wembley-Publikums. Nicht vor dem Urteil, dass ihn als schlechtesten England-Coach der Geschichte ausweist. Und sicher nicht vor der Entlassung.“

The Independent: „Ein Chaos. Ein Chaos von Matsch, Comebacks, Verzweiflung und Hoffnung, aber am Ende, herzzerbrechend, eine Nacht des Scheiterns. In dieser Nacht hat die so genannte goldene Generation ihren monumentalsten Fehler gemacht.“

Daily Mirror: „England beschämt. Das Ende. Es ist unmöglich für Steve McClaren, seinen Job zu behalten. Nicht nach der letzten Nacht. Nicht nach so etwas. Nicht nach einer der unbeholfensten Vorstellungen eines englischen Teams in den letzten Jahren. Nicht nach einer der dunkelsten Nächte der englischen Fußball-Geschichte. Nicht nach McClarens chaotischer Aufstellung. Nicht nach dem Erreichen seiner Grenzen als internationaler Trainer. Entschuldigung für den Macho-Spruch: Aber welche Sorte Anführer stellt sich unter einen Regenschirm?“

The Sun: „England hat der Welt beigebracht, wie man Fußball spielt. Manchmal scheint es, als hätten wir vergessen, das gleiche mit uns selbst zu tun. Nutzlos, jämmerlich, stumpfsinnig, rückgratlos, verzweifelt, Müll. England ist die Lachnummer des europäischen Fußballs.“

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