Militärruine Vogelsang

Nach dem Ausflug auf den Teufelsberg, in die alte Radarstation der Amerikaner, wandelte ich diesen Sommer noch ein zweites Mal durch Überreste der deutschen Besatzungsgeschichte. Im Juli war ich in der verlassenen Stadt im Wald, reichlich sechzig Kilometer nördlich von Berlin.

Hier, mitten im brandenburgischen Niemandsland, hatte die Sowjetunion einen der größten Stützpunkte außerhalb des eigenen Landes. Im Wald bei Vogelsang lebten bis 1994 zeitweise weit über zehntausend russische Soldaten und auch deren Angehörige. Neben unzähligen Kasernengebäuden gab (und gibt) es unter anderem eine Schule, mehrere Sportstätten, eine Wäscherei und offensichtlich alles, was eine kleine Stadt so braucht. So soll es auch ein Theater oder ein Gefängnis gegeben haben.

Das einzigartige an diesem Ort ist, dass seit dem Weggang der Russen verhältnismäßig wenig zerstört wurde. Anders als in der Radarstation in Berlin, wo sich die Stadt und deren Jugendkultur das Gelände erobert, holt sich hier aktuell nur die Natur zurück, was ihr einst gehörte. Die Mauern der Gebäude, deren Bemalung und teilweise auch Einrichtungsgegenstände sind in der Geisterstadt noch recht vollkommen zu bewundern. Graffiti, die das Ursprüngliche verdecken, gibt es durch die recht große Entfernung zu Städten, fast keine.

Wer weiß, wie lange das so bleiben wird oder wie lang es dauert, bis Bagger anrollen und abreißen, was aktuell noch zu sehen ist. Daher kann ich Fotografierbegeisterten oder/und Interessierten diesen Tagesausflug nur dringend empfehlen.

Hier noch ein paar Fotos von mir.

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5 Gedanken zu “Militärruine Vogelsang

  1. cool! Auf diese Bilder hab ich gewartet! (Aber auf eine andere Nachricht warte ich auch…) Unsere „Osloer Portäts“ sind zum Teil echt auch ganz schön geworden – falls der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass wir uns in dieser Konstellation nochmal als Komplett-WG auf eine Wohnung bewerben wollen, können wir damit ein unwiderstehliches Portfolio anlegen! 😉

    liebe Grüße auch an Frauke!
    Michel

    1. An sich ist das Gelände ohne weiteres zugänglich. Teilweise ist es eingemauert, aber eben nur teilweise. Das größere Problem könnte es darstellen die „Stadt im Wald“ erstmal zu finden. Ich empfehle vor der Fahrt dahin Google-Maps zu studieren bzw. einen Screenshot auszudrucken…

      1. Klick im Artikel mal auf den Link der Dich zu den flickr-Bildern führt. Die Aufnahmen dort sind auf eine Karte verlinkt, die Dir den Standort zeigt.

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