Skitt fiske!

Nachdem ich seit eineinhalb Jahren jeden Tag aus dem Wohnzimmerfenster direkt auf dem Fjord schaue und nun auf der Arbeit auch gelernt habe Fische zu filetieren, wurde es höchste Zeit die Tiere selbst mal direkt aus dem Wasser auf den Teller zu bringen. Dafür habe ich mir zu Ostern in Deutschland eine Angel gekauft und mich seither täglich auf meinen ersten Stehversuch als Angler gefreut.

Am Donnerstag war es dann soweit, zusammen mit meinem Arbeitskollegen Martin ging es an den Fjord. Es dauerte nicht lange, da hatte Martin den ersten Tosk (Dorsch bzw. Kabeljau) am Haken. Die beste Gelegenheit für mich, um zu sehen, was man mit dem Tier macht, wenn es an der Angel zappelt – denn davor habe ich den meisten Respekt. Für einen Norweger, der quasi mit Skiern an den Füßen und einer Angel in der Hand auf die Welt kommt, ist das natürlich Routine und das Einfachste auf der Welt. Ich habe es mir also angeschaut und hoffte gut vorbereitet zu sein.

Eine halbe Stunde später zappelte mir dann ein Dorsch an der Angel. Auch wenn es für Martin sicher belustigend war zuzuschauen, wie ich den Fisch erlegte und ausnahm, hab ich es doch (fast) allein geschafft und war stolz wie Bolle meinen ersten Fang präsentieren zu können:

Letztlich ging das Angeln zwischen den frischaufgebrochenen Eisschollen so gut, dass anschließend vier Männer davon satt wurden. Und es gab nicht nur Dorsch, auch eine Scholle schaffte es auf unsere Teller.

Gestern war ich dann während des Sonnenuntergangs noch einmal eine Stunde allein draußen. Mir bissen zwei kleine Dorsche an, die sich dank meiner Unbeholfenheit aber wieder vom Haken befreien konnten. Beide Male ging mir der Puls ordentlich nach oben und ich war letztlich gar nicht so traurig, dass sich die Fische so gerade noch retten konnten, schließlich waren sie ja auch noch ziemlich klein …

Aber morgen! Morgen geh ich wieder los. Und dann schaff ich das auch alleine und werd abends ein feines Fischgericht verputzen!

In diesem Sinne, ’skitt fiske‘!
(‚Skitt fiske‘ ist der norwegische Fischergruß und heißt so viel wie ‚Scheiß (-kerl) Fisch‘)

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